Degus halten

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Degus (Octodon degus) sind possierliche kleine Nagetiere, die optisch eine Mischung zwischen Ratte, Meerschweinchen, Chinchilla und Eichhörnchen sind. Sie gehören der Gattung der Strauchratten (Octodon) und sind tatsächlich Meerschweinchen-Verwandte. Nicht nur Kinder sind begeistert von den kleinen Nagern, sondern auch Erwachsene verlieren ihr Herz an diese Nagetierart. Seit den 1980er Jahren werden die Degus, die aus Chile stammen, auch in Europa als Haustier gehalten. Bei der Haustierhaltung unterscheidet sich der Degu deutlich von anderen Nagetieren wie Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen und Ratte. Da der Degu als Haustier immer beliebter wird, wollen wir mit diesem Beitrag Ihnen Informationen an die Hand reichen, wie Sie Degus halten können.

Degus halten Ratgeber
Degus halten: Was Sie über diese süßen Nager wissen müssen

Degus halten: Diese Herausforderungen warten auf Sie

Bei jeder Tierhaltung sollten Tierbesitzer sorgfältig und vor der Anschaffung eines Tieres genau wissen, was auf sie zukommt. Dies gilt erst recht, wenn Sie Degus halten wollen. Wer bereits als Haustierbesitzer mit Meerschweinchen, Hamster, Kaninchen Erfahrungen gesammelt hat, sollte sich nicht darauf verlassen, dass genug Wissen für die Degu-Haltung angesammelt wurde. Der Degu unterscheidet sich sowohl bei den Haltungsbedingungen wie auch beim Füttern und in anderen Bereichen signifikant von anderen Nagern.

  • Degus sind Gruppentiere und müssen daher als Gruppe gehalten werden.
  • Degus sind wahre Meister im Ausbrechen aus dem Käfig – ein normaler Nagerkäfig reicht nicht.
  • Degus müssen anders ernährt werden, als die meisten Nager.
  • Der Bewegungsdrang der Tiere ist extrem groß; die Tiere brauchen daher eine geräumige Behausung und viel Auslauf in sicherer Umgebung.

Gruppenhaltung bei Degus

Man kann es nicht oft genug erwähnen: Degus sind Gruppentiere! In freier Wildbahn leben meist ein adultes Männchen mit 2 bis drei adelten Weibchen sowie ggf. Jungtieren zusammen. Mehrere Gruppen können sich zu Kolonien zusammentun. Innerhalb der Gruppe kommunizieren die Tiere intensiv, kuscheln und putzen sich gegenseitig.

Da diese Nager vermehrungsfreudig sind, werden sie in der Haustierhaltung gleichgeschlechtlich zusammengesetzt. Auch mehrere Böckchen können problemlos in einer Gruppe zusammenleben und wunderbar als Artgenossen gemeinsam durch´s Leben gehen.

Degus als Gruppentiere nie alleine halten
Degus Haltung: Die Gruppentiere nie alleine halten

Wenn Sie beim Züchter oder in der Zoohandlung Degus anschauen und Kaufinteresse haben, sollten Züchter oder Verkäufer Ihnen unaufgefordert über die Gruppe erzählen. Meist werden gleichgeschlechtliche Geschwister in einer Gruppe gelassen, so dass ein sehr gutes Sozialgefüge entsteht. Solche Gruppen sollten natürlich nicht getrennt werden. Bei Kauf von Degus sollten Sie deshalb nicht voreingenommen mit dem Wunsch nach einer bestimmten Anzahl an Tieren losziehen, sondern die Gruppe nehmen, wie sie ist.

Schutz der Gruppe & Problematik bei Erkrankung

Für jeden Degu ist das Zusammenleben in der Gruppe lebenswichtig. Nur im Gruppenverbund können diese Nager überleben und deshalb fällt es allzu oft erst viel zu spät auf, wenn ein Tier erkrankt. Als Besitzer sind Sie daher gefordert, bei Fütterung wirklich auf jedes Einzeltier genau zu achten und zumindest einmal pro Woche jedes Tier zu untersuchen, ob es genug frisst, frei von Ungeziefer und Pilz ist.

Ein erkrankter Degu hängt immer an seiner Gruppe und isoliert sich nicht. Daher ist es schwer, ein krankes Tier zu erkennen. Erst, wenn fast schon jede Hilfe zu spät kommt, fällt ein kranker Degu auf.

Zum Tierarzt – nie alleine

Mit einem kranken Nagetier steht der Weg zum Tierarzt an. Die Trennung von der Gruppe schwächt das erkrankte Tier. Daher sollten Sie nach Möglichkeit die gesamte Gruppe mitnehmen, zumindest aber den wichtigsten Bezugspartner des Tieres.

Degu beim Freigang
Degus: Die Nager brauchen viel Auslauf und Bewegung

Degu Käfig oder: Entscheiden Sie sich für Fort Knox!

Ein Degu wiegt zwischen 170 und 300-350 Gramm, erreicht eine Körperlänge zwischen 12 und 19 Zentimeter; hinzu kommt der quastige Schwanz mit einer circa-Länge zwischen 8 und 16 Zentimeter. Obwohl die Nager auf der Hand sitzend eher klein und unscheinbar aussehen, sind Degus absolute Kraftpakete. Die kleinen Nagetiere verstehen es, ungeheure Kraft zu entwickeln, wenn sie unbedingt irgendwo durchbrechen wollen. Sie drücken sich kraftvoll und gewieft in jede noch so kleine Ritze und schaffen es fast immer, den eher gedrungenen Körper selbst durch die kleinste Öffnung zu quetschen. Außerdem ist dieser Nager absolut nagefreudig und nagt wesentlich ausgiebiger, als alle anderen Nagetiere.

Diese Kombination stellt Sie beim Degus halten vor eine ungeheure Herausforderung! Ein herkömmlicher Nagetier-Käfig, in der Hamster, Meeris, Kaninchen und Ratten gehalten werden, sind nicht für Degus geeignet.

Kein normaler Nager-Käfig!

Der nagefreudige und gewiefte Degu knabbert im Nullkommanichts die Plastikwanne eines normalen Kleintierkäfigs durch. Außerdem drückt der Degu problemlos mit seiner Körperkraft alle Klapptüren eines Gitterkäfigs auf, um auszubüxen.

Eigenbau – nur bedingt zu empfehlen

Auch der Eigenbau ist so eine Sache. Holz, Plastik, sogar Draht und dünnes Blech halten keinen Degu auf! Insofern Sie einen Eigenbau in Erwägung ziehen, darf kein Holz angeknabbert werden können. Holz muss u. U. mit Metallschienen verkleidet werden, um den Eigenbau ausbruchssicher zu machen.

Degu außerhalb vom Nagarium
Degus sind Ausbrecher

Degus sind die Ausbrecher im Degu-Pelz

Wenn Sie Degus halten möchten, muss Ihnen bewusst sein, dass die Tiere nicht nur leidenschaftliche Nager sind, sondern sich körperlich auspowern wollen und müssen. Einen dementsprechend großen Freiheitsdrang haben sie und wenn sich die Gelegenheit ergibt oder sich schaffen lässt, sind die Degus weg. Sobald Sie sich der Degu-Behausung nähern, stehen die Tiere bereits an der  Öffnung und signalisieren, dass sie raus möchten.

Bevor Sie überhaupt ernsthaft darüber nachdenken, Degus halten zu wollen, brauchen Sie eine Lösung, worin Sie die Tiere unterbringen. Hier wichtige Tipps für Sie.

  • Der herkömmliche Nagerkäfig fällt aus, weil er nicht ausbruchssicher ist.
  • Eine große Vogelvoliere bietet zwar viel Platz, die Türen sind jedoch leicht von den Tierchen zu öffnen.
  • Die Degu-Behausung muss geräumig sein, damit die Tiere sich ausreichend bewegen können.
  • Die Einrichtung der Degu-Villa sollte zahlreiche Möglichkeiten zum Klettern, Laufen und Verstecken bieten.
  • Die Behausung muss gut belüftet sein.
  • Plastik hat in einem Degu-Heim nichts zu suchen.

Degu Käfig: Praktikable Degu-freundliche Wohnung

Im Zoohandel gibt es nur wenige Käfige, in der Degus wirklich gut gehalten werden können. Die kleinen Nager dürfen nur in Gruppen gehalten. Sie nehmen also MINDESTENS (!) zwei, besser drei, vier oder noch mehr Tiere auf. Eine Degu-Behausung für 2 bis 3 Tiere muss mindestens 1 m x 50 cm x 1 m groß sein. Größer ist immer besser, denn nur Tiere, die sich entsprechend ihrem Naturell ordentlich auspowern können, sind glücklich und machen Ihnen Freude. Durch Äste, Baumstämme und Zwischenböden wird die Lauffläche vergrößert.

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Perfekt: OSB-Terrarium

Entweder investieren Sie in ein riesiges Terrarium bzw. Nagarium oder Sie entscheiden sich für einen Eigenbau oder Sie entschließen sich für ein so genanntes OSB Terrarium. Die günstigste und sicher auch im Bezug auf Platz beste Lösung ist das OSB Terrarium. Selbst in einer Größe von 200 x 80 x 100 cm ist ein solches Terra absolut bezahlbar (ca. 150 Euro) und lässt sich phantastisch für die Degu-Gruppe einrichten. Solche OSB Terrarien werden in Einzelteilen geliefert und müssen selbst aufgebaut werden. Dies ist in der Regel kein Problem. Die Seitenwände, die Bodenplatte, Deckplatte und Rückwand sind aus Holz. In der Frontseite sitzen Scheiben aus Plexiglas.

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Schloß sichert Scheiben

Für die Terrariumscheiben können Sie mit einem Terra-Schloss eine absolut zuverlässige Ausbruchssperre einrichten. Dennoch ersetzt ein großes Degu-Heim keinesfalls den Auslauf, bei dem die pelzigen Tiere ihrem hohen Bewegungsdrang nachkommen können.

Die Einrichtung des Degu-Heims

Zwar sind die possierlichen Nager Tiere, die überwiegend auf dem Boden leben, doch Degus klettern gerne und springen auch. Wichtig ist, dass die Deguwohnung entsprechende Klettermöglichkeiten bietet. Korkrinden, Baumstämme, Wurzeln, Drehscheiben und große Laufräder bieten den Tieren reichlich Bewegungsmöglichkeiten und verhindern, dass Langeweile unter der Degu-Gruppe ausbricht.

Sichere Einrichtung

Alle Baumstämme und Rinden müssen befestigt werden, damit sie nicht umkippen und die Nagetiere verletzen. Beim Laufrad für Degus sollte ein möglichst großes Rad gewählt werden, da die Nager diese Bewegungsmöglichkeit gerne und häufig beanspruchen. In kleine Räder passt jeweils nur ein Tier, außerdem begünstigen kleine Laufräder Fehlbildungen des Rückens. Die Drehscheibe wird von Degus ebenfalls gerne angenommen. Oft flitzt die gesamte Gruppe gleichzeitig auf der Degu-Drehscheibe, die deshalb ausreichend groß sein sollte.

Häuschen, Pappe, Keramik und Steine

Damit sich die Tiere in ihrem Zuhause wohlfühlen, gehören viele Einrichtungsgegenstände in das Degu-Heim, die als Spielsachen genutzt werden. Häuschen, Höhlen, Steine dürfen nicht fehlen. Die Tiere sind neugierig, knabbern an allem herum und untersuchen die Materialien von Stöcken, Häusern und Co. Ein Ytong-Stein ermöglicht den Nagern, ihre relativ spitzen Krallen abzuwetzen.

Papprollen, Heunester sowie Tonschalen und Keramikkrüge bilden Verstecke und animieren zum Klettern und Untersuchen. Allerdings sollten die Öffnungen immer so groß sein, dass kein Degu darin stecken bleiben kann.

Hängematte zum Chillen

Statt fertige Hängematten in der Zoohandlung zu kaufen, sollten Sie besser aus einem alten, ausrangierten Küchenhandtuch eine Hängematte für das Nagarium selbst basteln. Einerseits nagen die Tiere ohnehin an am Stoff, so dass sich der Kauf nicht lohnt. Andererseits sind aus alten Stoffen alle Chemikalien rausgewaschen. So belastet das abgenagte Material nicht den Organismus des Tieres.

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Korkrampen, Holzbrücken & Co

Rampen, Brücken und Hängebrücken gehören ebenfalls zur Ausstattung der Degu-Behausung. So kommt bei der Tiergruppe keine Langeweile auf und die Gruppentiere können sich nach Herzenslust bewegen. Auch hierbei gilt, dass alle Einrichtungsgegenstände gut befestigt sind und nicht umkippen.

Abwechslungsreiche Einrichtung

Die Tiere freuen sich, wenn etwas Neues an Einrichtungsgegenständen hinzu kommt. Alles wird untersucht und erkundet. Damit die Spielmöglichkeiten nicht langweilig werden, können Sie gelegentlich das Degu-Heim umbauen und die Einrichtung teilweise austauschen. So können Sie mal ein Laufrad anbieten, mal eine Drehscheibe. Es spricht allerdings nichts dagegen, im großen Degu-Käfig feste Einrichtungslösungen zu gestalten.

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Einstreu & Untergrund

Gängiges Kleintierstreu kann ebenfalls als Untergrund verwendet werden, wie auch Buchengranulat oder Mais-, Lein-, Hanf- und anderes Pflanzeneinstreu. Auch auf Waldboden-Einstreu können Sie Degus halten. Die Einstreu-Schicht sollte zumindest 10 Zentimeter dick sein, denn die Nager graben gerne.

Käfigreinigung bei Degu-Haltung

Die Degu-Wohnung muss nicht sonderlich oft saubergemacht werden. In welchem Turnus die Käfigreinigung notwendig ist, hängt vor allem von Größe der Behausung und Anzahl der Tiere ab. Keinesfalls sollten Sie 1 x wöchentlich oder 2 x monatlich den Käfig reinigen. Wahrscheinlich werden Sie lediglich alle 5-7 Wochen die Einstreu wechseln und Scheiben putzen müssen. Mehr wäre zu großer Stress für Ihre Haustiere, die ohnehin reinlich sind und den Streuwechsel nicht lieben.

Toilettenpapier & Tempos

Die Nager freuen sich über Toilettenpapier und Tempos. Damit können sie Nester bauen und sich daran zu schaffen machen. Das Papier sollte immer unparfümiert, ungefärbt, unbedruckt und wasserlöslich sein.

Degus brauchen Auslauf

Bei allen Nagern muss der Raum, in dem die Tiere Auslauf haben, vorbereitet werden, damit weder die Nagetiere in Gefahr geraten, noch die Einrichtung angenagt wird. Da Degus wirklich überall hinkommen und deutlich mehr nagen, als andere Nager, muss das Zimmer für den Freilauf gut präpariert werden:

  • Pflanzen aus dem Zimmer nehmen
  • alle Stromkabel entfernen oder mit Holzblende verstecken
  • Elektrogeräte schützen
  • Fenster und Türen müssen verschlossen sein

Es empfiehlt sich, dass Sie immer beim Auslauf Ihrer Degugruppe dabei sind, um Nageschäden zu verhindern. Wenn die Tiere vor dem Freilauf gefüttert werden und sie währenddessen ein gutes Beschäftigungsangebot haben, ist der Nagedrang eher gering, so dass Sie in der Wohnung keine Schäden zu befürchten haben.

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Fellpflege: Sandbad für den Degu

So, wie Chinchillas pflegen auch Degus ihr Fell mit Sand. Wenn Sie Degus halten, müssen Sie daher feinen Chinchilla-Sand anbieten. Am besten tun Sie das in einem Glasbehälter, der einen hohen Rand hat. So hält sich die Staubbildung in Grenzen.

Was fressen Degus?

Die Deguernährung weist Besonderheiten auf. In ihrem Herkunftsland Chile ernähren sich die Nager von karger Kost. Aufgrund dieser kargen Ernährung fressen Degus sehr oft und sehr große Mengen. Es rentiert sich, Großpackungen von Degufutter zu kaufen, da große Futterpackungen preiswerter sind. Eine 500 g Packung Degufutter reicht bei drei Tieren etwa 4 – 5 Tage.

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Gräser, Kräuter, Blüten, Samen, Blätter und Wurzeln sowie Hölzer stehen auf dem natürlichen Speiseplan. Wenn Sie Degus halten, sollten Sie unbedingt diese artgerechte Ernährung ermöglichen und mehrere Futterplätze einrichten, da die Tierchen sehr gefräßig und futterneidisch sind. Das Futter wird in Näpfen angeboten. Die Näpfe sollten im Durchmesser groß genug sein, dass mehrere Degus gleichzeitig daran futtern können.

WICHTIG: Die Nagetiere brauchen ständig Zugang zu frischem Trinkwasser (Flasche oder Schale)!

Kein Zucker und kein Fett

Fett und Zucker sind tabu. Insbesondere süße Futteralien sind gefährlich, da der Degu zu Diabetes mellitus und Folgekrankheiten neigt. Obst steht deshalb nicht auf dem Speiseplan, auch süße Gemüsesorten (Mais, Karotten) werden nicht gefüttert. Klassisches Nagerfutter wie Futtermischungen für Meerschweinchen, Hasen, Ratten und Hamster sind deshalb nicht geeignet. Spezielle Degu-Futtermischungen sind nur bedingt geeignet, da sie oft zu viel Getreide enthalten.

Grundsätzlich gilt bei der Degu-Fütterung:

  • So abwechslungsreich wie möglich füttern.
  • Bei jeder Mahlzeit möglichst viele unterschiedliche Nahrungsmittel kombiniert anbieten.
  • Von jedem Einzelfutter immer nur kleine Mengen (außer Heu).

Durch das Mischen vieler Einzelzutaten reduziert sich die Gefahr von Unverträglichkeiten und toxischen Nebenwirkungen. Bitte lesen Sie hier die äußerst umfangreiche Information und Futterliste für Degus: http://degu.re4.ch/ratgeber/ernaehrung_pflanzenliste.html

Heu steht ganz oben auf dem Speiseplan für Degus und bildet das Hauptfutter. Sie können damit ihre Zähne gut abreiben und das Heu wird gut vertragen.

Für die Degu-Fütterung geeignet:

  • Löwenzahn
  • Kamille
  • Melisse
  • Gänseblümchen
  • Ackerminze
  • Küchenkräuter (Basilikum, Petersilie, Oregano, Rosmarin, Thymian)
  • Sonnenblume
  • Brombeerblätter (nur getrocknet)
  • Brennnessel (nur getrocknet)
  • Johannisbeerblätter
  • Kornblumenblüten
  • Pfefferminze
  • Malvenblüten
  • Spitzwegerich
  • Ringelblume
  • Karottengrün
  • Fenchelgrün
  • Kohlrabiblätter
  • Gemüse (z. B. Paprika)
  • Zyperngras (frisch)

Nicht gefüttert werden dürfen außerdem

  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen)
  • Kartoffeln
  • Avocado
  • Aubergine
  • alle Kohlarten
  • alle Lauchgewächse
  • Radieschen
  • Rettich
  • Rharbarber

Äste für die Degus

Zum Knabbern, für den Zahnabrieb und zum Kletter gehören Äste, Zweige und Rinde von diesen Bäumen zur Käfigeinrichtung, aber auch auf den Degu-Speiseplan:

  • Haselnuss
  • Birne
  • Kirsche
  • Apfel
  • Birke
  • Pappel
  • Pflaume
  • Quitten
  • Weiden
  • Mirabelle
  • Linde
  • Korkeiche

Beim Degus halten wird überwiegend Trockenfutter gereicht. Etwa 80 % der gesamten Futtermenge besteht aus Blättern, Blüten und getrockneten Kräutern. Die übrigen 20 % werden mit Kleinsämereien gefüttert, jedoch sollte der Getreide-Anteil maximal 5 % betragen.

Diese Sämereien können gefüttert werden:

  • Grassamen
  • Kräutersamen (z. B. Brennnessel, Petersilie, Dill, Löwenzahn, Fenchel)
  • Ölsamen (z. B. Leinsaat, Sesam, Hanf)

Verfüttert werden keimfähige Samen. Eine ergänzende Futterliste finden Sie hier zum Download: http://www.kleintiergruppe-ol.de/download/futterliste_degus.pdf

Leckeres für Zwischendurch

Als Leckerei können Nüsse und Kerne gegeben werden. Allerdings sollten Haselnüsse, Erdnüsse, Pinienkerne, Sonnenblumenkerne, Macadamia, Walnüsse und Kürbiskerne nur sehr sparsam gefüttert werden. Höchstens eine halbe Nuss pro Tag und Tier sind zulässig, da sonst Überfettung droht.

Verhalten der Degus

Die niedlichen Nager sind Fluchttiere und sind deshalb auch ängstlich. Beim Degus halten sollte der Käfig nie auf dem Boden stehen, sondern auf einem Unterschrank. Vor allem, was von oben kommt, haben Degus Angst, denn in der Natur sind sie u. a. Beutetiere für Greifvögel.

Dem Menschen zugewandt

Menschen sollten sich den Nagetieren daher nie von oben, sondern von vorne näheren. Die Haustiere gewöhnen sich an ihre Menschen und lernen sie kennen. Darum kommen die Tiere nach der Kennenlernphase auch sehr gerne an die Scheibe des Nagariums, um „Hallo“ zu sagen und mit dem Besitzer zu kuscheln. Zahm werden Degus an sich recht leicht und da die Tiere ohnehin gerne ausbüxen, freuen sie sich, wenn der Mensch die Türen öffnet, um die Degu-Gruppe zu versorgen.

So wird der Degu zahm

Fluchttiere brauchen eine Weile, um sich im neuen Zuhause wohlfühlen und zutraulich zu werden. Wenn Sie Degus halten, brauchen Sie Anfangs etwas Geduld, damit die Tiere erst Sie und Ihre Familie kennenlernen können. Wenn Sie die Tierchen nicht bedrängen, sondern Sie immer wieder positiv als fürsorglicher Versorger auffallen, sorgt alleine die Neugier und der gesunde Appetit der Nager dafür, dass die Tierchen sie freudig an der Scheibe des Terrariums begrüßen werden und zu Ihnen nach draußen kommen wollen. Rechnen Sie damit, dass die gesamte Gruppe Ihnen entgegenspringt und herzlich begrüßt.

Natürlich hat jedes Gruppentier seinen eigenen Charakter. Eins ist aktiver, eins ist scheuer, eins ist verschmuster. Beobachten Sie die Degu-Gruppe regelmäßig, dann werden Sie bald jedes Tier und jedes seiner Besonderheiten kennen.

Das Sozialverhalten der Degus

Wie bereits erwähnt sind die kleinen Nager Gruppentiere. Das bedeutet, sie haben ein gutes Sozialverhalten. Die Tiere suchen körperliche Nähe, kuscheln miteinander, begrüßen, beschnuppern und warnen sich gegenseitig. Das Baden im Sand erfolgt oft gemeinsam, auch die Fellpflege und das Putzen erfolgt in der Gruppe.

Degu-Sprache & die unterschiedlichen Laute

Octodon degus haben ihre eigene Lautsprache. Ein schrilles Pfeifen ist ein Warnpfiff, wenn Gefahr droht. Der langanhaltende und wiederholte Pfiff ist Zeichen von Erregtheit oder Schmerz. Für die „normale“ Kommunikation untereinander wird geträllert, gezwitschert, gegugelt, gequäkt. Ein hohes Quietschen deutet auf Erschrecken, Angst oder Panik hin (z. B. beim Tierarzt). Wenn der Degu wirklich verärgert ist, knurrt er.

Für wen sind Degus als Haustiere geeignet?

Wie alle Nagetiere sind auch diese bei Kindern total beliebt. Grundsätzlich können größere Kids sich um den Degu kümmern, wenn die Eltern das Kind gut informieren und immer nach dem Rechten schauen. Gerade bei der Degu-Ernährung brauchen Kinder die Unterstützung der Eltern, damit sie artgerecht und richtig füttern. Die Deguhaltung ist relativ kostspielig, da die Tiere einen großen, ausbruchsicheren und robusten Käfig benötigen, der immer gut verschlossen sein muss. Kinder, die sich um eine Degugruppe kümmern, müssen daher Verantwortung zuverlässig übernehmen können, was ohne Erwachsenen-Hilfe schwierig ist. Auch ist Degufutter teurer, als etwa Ratten-, Hamster- oder Meerschweinchenfutter. Die Einrichtung in der Degu-Behausung muss öfter erneuert werden, weil die Nager sie gerne zerlegen.

Zwar sind Degus keine nachtaktiven Nagetiere, doch wenn sie tagsüber aktiv sind, machen die kleinen Fellnasen schon mal gerne Rabatz. Bei Käfighaltung kann es bei Langeweile und Unzufriedenheit zum Gitternagen kommen. Das Laufrad kann ebenfalls die Nerven des Menschen beanspruchen, macht aber die Strauchratten glücklich.

Die Lebenserwartung in Gefangenschaft liegt zwischen 5 und 8 Jahren. Möchten Sie Degus halten, haben Sie lange Freude an den süßen Tieren, die mit ihrer guten Laune und ihrem Entdeckungsdrang Tierfreunde mit Begeisterung infizieren.

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